Solltet ihr meinen Reisebericht zu Santiago de Chile gelesen haben, erinnert ihr euch vielleicht an meine leichte Abneigung gegenüber lateinamerikanischen Hauptstädten. In fast allen Metropolen ist vor allem im historischen Stadtzentrum Vorsicht geboten, da hier die meiste Armut herrscht. Buenos Aires ist jedoch eine Ausnahme. Die ärmliche Gesellschaftsschicht hat sich eher am Stadtrand angesiedelt. Was bleibt, ist eine schöne Altstadt und ein modernes Zentrum.
Ich jedenfalls habe mich Schock verliebt. Nicht dass ich so leicht zu überzeugen wäre, aber das werde ich wahrscheinlich noch öfters in meinen Beiträgen behaupten.
Aber was genau die argentinische Großstadt so attraktiv macht und wieso andere Latino-Hauptstädte da nicht mithalten können, das erfährt ihr in diesem Beitrag.
Die Anreise
Die Reise nach Argentinien war wahrscheinlich meine erste (und einzige?), die sich tatsächlich mal sehr komfortabel gestaltet hat. Ja, ihr habt richtig gehört. Das heißt keine Übernachtung und auch keine spontanen Partys oder Straßenhunde am Airport.
Von Santiago de Chile ist es sehr einfach Flüge nach Buenos Aires zu finden. Auch die Regionalfluglinie LATAM bietet Verbindungen an. Ich habe zu meinem Glück aber einen sehr günstigen Flug mit der Linie KLM entdeckt, der in Buenos Aires einen Zwischenstopp einlegte. Das hieß für mich Frühstück an Bord und sogar ein eigener Fernseher. Ein Luxus, den man auf Kurzstreckenflügen Economy-Class normalerweise nicht erlebt. In unter drei Stunden ist man dann auch schon angekommen. Ging sich gerade so aus, dass ich mir den neuen Fast and Furious Teil, der gerade erst im Kino war, aufgeteilt auf Hin- und Rückflug, ansehen konnte.


Am Flughafen angekommen habe ich dann einen Bus ins Zentrum genommen. Um zum Terminal zu gelangen, müsst ihr die Ankunftshalle verlassen, über die Straße und etwas weiter geradeaus gehen. Links um die Ecke solltet ihr dann ein Schild mit der Aufschrift „TiendaLeón“ finden. Das ist euer Bus. Da der Airport doch etwas weiter außerhalb liegt, fährt ihr dann noch ungefähr eine Stunde bis ins Stadtinnere. Das wird auch der einzige Moment sein, in dem ihr die wirklich armen Viertel der Stadt passiert.
Der Erste Eindruck
Bereits in Chile habe ich mir einen ungefähren Plan gemacht, wie ich bei der Stadterkundung am besten vorgehen werde. Buenos Aires ist riesig und vor allem sehr weitläufig. Zum Glück hatte ich aber vier Tage Zeit um zumindest die Highlights der Stadt abzuklappern. Dafür habe ich mir zwei Tage von der Uni frei genommen und eventuell auch eine Prüfung verpasst 🙂

Als wir also endlich am Terminal angekommen waren und ich den Bus verließ, hab ich mich kurz gefragt, ob ich in Buenos Aires oder doch in New York City gelandet war. Zwar war ich noch nie dort, die Avenida Corrientes hat mich jedoch mit den hohen Häusern schon sehr an Bilder der US-Metropole erinnert. Bekannt für ihre Tango-Szene, wird die Avenue auch als „die Straße, die niemals schläft“ oder der „Broadway von Buenos Aires“ bezeichnet.


Wenn ihr die Straße weiter entlangläuft, kommt ihr irgendwann zum Plaza de la República, wo ihr den berühmten Obelisk findet und natürlich eine jede Menge Touristen.

Bepackt mit meinem Rucksack für vier Tage bin ich weitermarschiert. Bei so vielen Sehenswürdigkeiten hatte ich natürlich keine Zeit zu verlieren. Gleich in der Nähe findet ihr ein kleines Kulturviertel mit einigen Theatern. Sehenswert sind unter anderem Tango Porteño, wo vor allem Tangovorstellungen stattfinden, und das Teatro Colón. Auch wenn ich kein Architektur Profi bin, hat mich dieses Theater schon sehr an den Gebäudestil der Wiener Staatsoper erinnert. Wenn man sich Fotos ansieht, wird man außerdem feststellen, dass es auch dem Innenleben nicht an Prunk fehlt.


Europäische Einflüsse
Klären wir die wichtigste Frage gleichmal vorab. Warum wird Buenos Aires mit Metropolen wie Paris, Rom oder Madrid verglichen, während sich in den restlichen Großstädten viel mehr das Latino-Flair abzeichnet?
Nachdem sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts Argentinien für unabhängig von Spanien erklärt hat, kam es zu einem großen wirtschaftlichen Aufschwung. Der bedeutende Hafen lies Buenos Aires zu einem wichtigen Handels- und Wirtschaftszentrum aufblühen. Das machte die Stadt auch für Europäer sehr attraktiv. Besonders Einwanderer aus Spanien und Italien prägten daraufhin stark die Kulturszene, Bräuche und Traditionen der Stadt.
Vor allem in der Architektur fallen Stile wie Barock, Neoklassik und Jugendstil auf, die wir ja auch von der österreichischen Hauptstadt gut kennen. Auch die breiten Boulevards, die Plätze und Parks erinnern an europäische Städte.
In der Gastronomie finden wir die Milanesa, also quasi Schnitzel, als ein typisches Hauptgericht. Aber auch Pizza und selbstgemachte Pasta haben einen hohen Stellenwert in der argentinischen Küche. Beinahe genauso wichtig ist aber auch die Kunstszene mit vielen Theatern, Museen und natürlich dem Tanz.
Deshalb ähneln sich Buenos Aires und New York auch stark. Nicht nur die Skyline mit den zahlreichen Hochhäusern, sondern auch die lange Geschichte der Einwanderung von Menschen unterschiedlichster Herkunft, lässt die starke Ähnlichkeiten begründen. In beiden Städten spiegelt sich diese Vielfalt in allen Bereichen wider. Der Architektur, Gastronomie, Events und der Atmosphäre.
Manche würden behaupten, dass diese Einflüsse auch auf die Menschen abgefärbt haben, weshalb die Porteños (Einwohner von Buenos Aires) manchmal als arrogant und eitel beschrieben werden 😁
Nachdem wir also nun alle etwas dazugelernt haben (dank ChatGPT), kann ich ja mit meinem Reisebericht fortfahren.
Eine weitere Besonderheit, die mir erstmals in Buenos Aires aufgefallen ist, die sich aber in so ziemlich allen südamerikanischen Städten abzeichnet, liegt in den Verkaufsstrategien. Ihr geht eine Straße entlang und findet nur Musikgeschäfte mit den unterschiedlichsten Instrumenten und Technik. In der nächsten Straße ist jedes zweite Geschäft ein Elektrofachhändler. Und in der dritten reiht sich ein Friseur an den anderen. Begriffe wie Marketing und Unique Selling Proposition scheinen in Südamerika noch nicht angekommen zu sein, oder zumindest nicht beim Großteil der Gesellschaft. Für Kunden natürlich ein riesiger Vorteil. Wenn man etwas gezielt sucht, ein Traum.
Jedenfalls ging es für mich durch die Musikpassage in Richtung Nationalkongress, dem argentinischen Regierungssitz. Auch wieder ein sehr beeindruckendes Gebäude im Stil des Klassizismus.

Entlang der Avenida de Mayo bin ich weiter spaziert, entlang derer ihr noch mehr schöne Architektur findet. Darunter auch das Café Tortoni. Wien ist nämlich nicht die einzige Stadt mit einer besonderen Kaffeehauskultur. Das Innenleben vieler antiken Cafés in Buenos Aires erinnert an die Unseren. Kaffeehäuser wurden vor allem als Austragungsort für Veranstaltungen, literarische Vorträge oder Diskussionen genutzt. So ist auch das noble Tortoni bekannt für seine Tango-Shows. Lange Warteschlangen vor dem Café sind nicht unüblich.

Das Ende der Avenida de Mayo bildet der Plaza de Mayo, beliebter Platz für Demonstrationen, mit dem Casa Rosada, dem Präsidentensitz. Der Namen Casa Rosada, übersetzt Rosa Haus, kommt von dem interessanten Design des Palastes.

Aber der Rundgang war noch nicht zu Ende. Mein letzter Stopp war der Mercado San Telmo, der bekannteste Markt in Buenos Aires. Im Gegensatz zu den klassischen Zentralmärkten Südamerikas findet ihr hier jedoch kaum frisches Obst oder Gemüse, sondern vor allem Restaurants mit nationaler und internationaler Gastronomie, kleine offene Show-Küchen mit reichlich Platz zum Sitzen, sowie ein paar Souvenir-Läden und andere Shops.
Argentinien ist natürlich vor allem bekannt für sein Asado, also Grillfleisch und Wurst. Wie bereits erwähnt, sind das aber nicht die einzigen gastronomischen Highlights in Buenos Aires. Als großer Pizza-Liebhaber musste ich natürlich die argentinische Pizza probieren, auch wenn die mit der napolitanischen nicht viel gemein hat. Bei der klassischen Fugazzeta wird der Käse in den Teig miteingebacken. Das ganze wird mit reichlich Zwiebel getoppt. Sowohl an Zwiebel als auch an Käse wird dabei nicht gespart. Eine wahre Kalorienbombe. Aber halt auch super lecker.

Nachdem ich also genügend für die nächsten drei Tage gelaufen war und gegessen hatte, ging es endlich in die Unterkunft.
Die Unterkunft
Bis jetzt habe ich abgewartet, um euch von meiner Unterkunft in Buenos Aires zu berichten. Ausnahmsweise kam ich nämlich mal nicht klassisch in einem Hostel oder AirBnB unter. Passend zu meinem letzten Beitrag über das Kennenlernen von Leuten im Ausland gebe ich euch einen weiteren Insider-Tipp, den ich selbst auf meiner ersten Solo-Reise durch Europa bekommen habe.
Bestimmt habt ihr schon einmal von Couch-Surfing gehört. Ein sehr cooles Konzept. Aber als alleinreisende, junge Frau stand ich der Übernachtung bei einer völlig fremden Person etwas skeptisch gegenüber. Gut, dass ich erfahren habe, dass auf Facebook eine Gruppe namens „Host A Sister“ existiert, in der sich Frauen vernetzen können um eine Übernachtungsmöglichkeit anzubieten oder eben zu suchen. Alles natürlich ohne Gebühren. Also genau dasselbe Prinzip wie Couch-Surfing, nur über Facebook und ausschließlich für Frauen. Ich fand die Idee damals schon sehr cool, habe es bis zu diesem Zeitpunkt aber nie selbst ausprobiert. Bevor ich nach Buenos Aires gereist bin, habe ich mir gedacht, dass ich dem Ganzen ja mal einen Versuch geben könnte.
Und tatsächlich hat sich innerhalb der nächsten Tage eine junge Frau bei mir gemeldet. Und genau die sollte ich heute noch kennenlernen und bei ihr für die nächsten Tage unterkommen. Natürlich hatten wir uns zuvor schon etwas über WhatsApp unterhalten und die wichtigsten Punkte abgeklärt. Sie war mir also nicht komplett fremd. Trotzdem war ich dann doch etwas nervös.
Aber es hat sich für mich als großer Erfolg entpuppt. Mein Host war eine junge Frau namens Flor, ursprünglich aus Uruguay, die in einer kleinen Wohnung in der Nähe des San Telmo Mercados wohnte. Sie spielte Geige und war selbst in einem Tango-Orchester. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Für sie selbst war es ebenfalls das erste Mal, eine Frau bei sich aufzunehmen.
Und der Vorteil an dem Ganzen ist nicht nur, dass man sich die Unterkunftskosten spart, sondern auch, dass man Empfehlungen und eine kleine Stadteinführung von einer Einheimischen bekommt. Und coole neue Leute kennenlernt. Der einzige Nachteil waren die Kakerlaken in der Küche.
Tag 2:
Nachdem mir meine neue Freundin beim Kauf eines Metro- Schrägstrich Bustickets geholfen hatte, was sich als gar nicht so einfach herausstellte, setzte ich meine Stadterkundung wieder alleine fort. Sie musste nämlich arbeiten und ich musste weiter meine Liste abarbeiten.
Der Stadtteil Palermo ist vor allem für seine schönen Parks und Teiche bekannt. Hier reiht sich einer an den anderen, darunter auch ein wunderschöner Botanischer und ein Japanischer Garten. Bei so viel Grün in einer Stadt habe ich mich auch gleich wieder wie in Wien gefühlt.
Während meinem ausgedehnten Spaziergang und einem kleinen Lunch-Picknick kam mir dann auch erstmals der Gedanke, dass Buenos Aires eine richtig coole Stadt zum Studieren sein muss. Leider ist das Leben in der Großstadtmetropole jedoch nicht so einfach. Die Wohnungspreise sind nämlich hoch, während das Einkommen nicht besonders gut.
Abgesehen davon waren die Preise dazumal, als ich dort war, jedoch ein Traum, vor allem wenn man aus Chile kommt. Alles an Essen, Kleidung und was man sonst so kaufen kann war extrem günstig. Allerdings hat Argentinien seither eine immense Inflation durchlebt, sodass es mittlerweile glaube ich sogar teurer als Chile ist.
Als ich am ersten Tag Geldwechseln war, hab ich meine zweihundert Dollar (die ich eindeutig nicht gebraucht habe) nur in tausend Pesos Noten bekommen. Das ist umgerechnet zirka ein Euro. Meine Geldbörse war glaube ich noch nie so voll.

Nach den Parks ging es für mich dann noch ins Barrio Chino, also den Chinatown von Buenos Aires. Ein richtig cooles Viertel. Hier findet man vor allem viel leckeres asiatisches Street-Food.
Nachdem ich wieder zurück in der Wohnung war, machten wir Flor und ich uns fertig für eine Nacht voller Tango, Salsa und Wein. Heute würde mich meine neue Freundin nämlich ins Nachtleben von Buenos Aires einführen.
Wir gingen zuerst in eine kleine Bar, in der eine Live-Band Tango spielte. Für uns gab es dazu eine Flasche Rotwein und frische Empanadas. Die sind nämlich auch in Argentinien sehr lecker, und der Wein damals günstig. Ein guter Start in den Abend.

Nachdem wir also Tango gehört haben, gingen es weiter in eine Tangerine, also eine Art Nachtclub, wo Tango getanzt wird. Hier konnte ich ein bisschen zuschauen, während sich die Profis auf der Tanzfläche verausgabt haben.

Die Nacht endete dann in einem Club, in dem Salsa gespielt und getanzt wurde. Da durfte ich dann endlich auch selbst das Tanzbein schwingen.
Tag 3:
Der dritte Tag begann leider mit leichter Übelkeit und Bauchschmerzen. Selbstverschuldet. Trotzdem wollte ich wieder nicht viel Zeit verlieren und so ging es für mich ein weiteres Mal ins Stadtzentrum.
Zuerst besuchte ich heute eine Bibliothek. Aber nicht irgendeine Bibliothek. Hier werden nämlich auch Nicht-Bücherwürmer begeistert sein. El Ateneo ist nämlich ein ehemaliges Theater, das zu einem Bücherladen umgebaut wurde. Statt der Sitzplätze findet ihr also aneinandergereihte Bücherregale in mehrere Stockwerke aufgeteilt. Sehr sehenswert.

Anschließend spazierte ich weiter zum Friedhof Recoleta. Vor dem Cemeterio befindet sich ein riesiger Markt auf dem vor allem Stoffe, Schmuck und anderes Kunsthandwerk verkauft wird. Hier kann man schon einmal ein paar Stunden verweilen und dort habe ich auch die berühmten Alfajores probiert. Dieses Süßgebäck, bestehend aus zwei Keksen mit einer dicken Schicht Dulce de Leche, findet ihr in ganz Südamerika. In Argentinien sind sie aber besonders beliebt, da hier auch Dulce de Leche ein Art Grundnahrungsmittel ist. Es gibt ganze Shops, die ausschließlich diese süße Creme in den unterschiedlichsten Formen und Varianten anbieten.

Zum Abschluss meiner heutigen Sightseeing-Tour besuchte ich noch das Museo Nacional de Bellas Artes, eine der größten Kunstsammlungen in Lateinamerika. Darunter Werke von Van Gogh, Picasso und Monet.

Am Abend durfte ich dann noch dem Tangokonzert meiner neuen Freundin beiwohnen, was wirklich beeindruckend war. Und anschließend gab es noch Pizza. Heute jedoch keinen Alkohol, da am nächsten Tag Wahlen in Argentinien stattfinden würden. Die Argentinier sind da sehr streng und verlegen ab 22:00 Uhr ein Verbot für das Ausschenken von alkoholischen Getränken. In Österreich wäre das an einem Samstag nicht vorstellbar.

Tag 4:
Dafür waren wir am nächsten Tag aber fit für ein leckeres Frühstück in der Nähe des San Telmo Marktes. Im Casa Telma wird nicht nur ein reichhaltiges Brunch-Menü angeboten, sondern auch super leckere Kuchen und Torten (die förmlich nach Diabetes schreien).


Am Vormittag hatte Flor dann auch mal etwas Zeit, um mich selbst ein bisschen herumzuführen. Ein wichtiger Stadtteil fehlte mir nämlich noch. Geburtsort des Tangos, bekannt bei allen Fußballfans: La Boca. In diesem Viertel merkt man dann doch, dass man sich in Südamerika und nicht in Europa aufhält. Hier findet ihr bunt bemalte Häuser, Musik und tanzende Leute auf der Straße.


Und eben auch das berühmte Estadio La Bombonera, vor dem vor wichtigen Fußballspielen die Leute schon mal bis ins nächste Stadtviertel Schlange stehen können.

Anschließend wollte ich noch am Hafen das Ökologische Reservat besuchen. Aufgrund der stattfindenden Wahlen hatte an diesem Tag jedoch so ziemlich alles geschlossen. Deshalb blieb es bei einem Spaziergang entlang der Costanera Sur, wo ihr argentinisches Streetfood probieren könnt.
Was bisher noch niemand weiß: In Argentinien würde ich seit Jahren meinen Verzicht auf Fleisch unterbrechen. Die regionale Küche ist immer Teil der Kultur eines Landes und Argentinien schreit nunmal nach Fleisch. Und obwohl ich mir vor längerer Zeit aus ethischen Gründen den Verzehr von tierischen Produkten abgeschworen habe, konnte ich es hier mit meinem Gewissen vereinbaren, eine kleine Ausnahme zu machen. Bondiola ist ein Sandwich mit gegrilltem Schweinsfilet, das man anschließend selbst mit unterschiedlichen Salaten und Saucen vervollständigen kann. Naja, dieses Gericht würde mich nicht wieder zum Fleischesser machen. Bereut hab ich es aber auch nicht.
Also falls sich jemand gefragt hat, ob ich es geschafft habe für ein ganzes Jahr in Südamerika auf Fleisch zu verzichten, hier habt ihr die Antwort. Es ist auf alle Fälle möglich. Aber darauf werde ich in späteren Beiträgen auch nochmal eingehen.
Den letzten Abend haben wir dann noch in einer Bar am San Telmo Markt verbracht. Nachdem die Wahlen beendet waren, durften wir ja dann auch wieder offiziell ein Bierchen bestellen. Außerdem waren vielerorts Leute auf der Straße und haben das Wahlergebnis (obwohl es damals noch kein genaues Ergebnis gab) gefeiert. Da merkt man dann auch wieder, dass man in Südamerika ist.

Tag 5:
Am nächsten Tag ging es auch schon wieder zurück nach Chile. Da gab es dann doch noch einen kleinen Zwischenfall am Flughafen.
Eigentlich war ich ja nach Argentinien gereist, weil ich mein neunzigtägiges Touristen-Visum verlängern musste. Ein Studenten-Visum für Chile zu erhalten, ist nämlich gar nicht so einfach und mit viel Kosten und Bürokratie verbunden. Also besser einmal ausreisen und einfach wieder als Tourist einreisen.
Allerdings ist zu beachten, dass man bei Einreise in die meisten Länder Südamerikas, vor allem über Luftweg, bereits wieder ein Ausreiseticket benötigt. Auch in Chile ist das der Fall und ich war darauf nicht vorbereitet. Im Endeffekt habe ich mit der Crew geredet und ich konnte auch ohne zurückfliegen. Seid aber besser vorbereitet. In allen Fällen sind sie nicht so nachsichtig. Beispielsweise an Flughäfen in Costa Rica sind sie besonders streng.
Mein Fazit
Während dem Bericht konnte man meine Begeisterung für diese Stadt glaube ich bereits herauslesen. Buenos Aires hat mich wirklich überzeugt, wie keine andere Großstadt in Südamerika. Und wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich hier sofort ein Auslandssemester absolvieren. Schöne Architektur, viel Grün, gutes Essen und eine reiche kulturelle Szene. Und ein Stück Zuhause am anderen Ende der Welt.
Trotzdem darf man nicht vergessen, dass wir uns hier immer noch in Südamerika befinden. Argentinien hat dazumal vielleicht einen großen Wirtschaftsaufschwung erlebt. Trotzdem kämpft das Land noch mit vielen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten. Der Wert des Geldes ist ständig am Fluktuieren. Die Schere zwischen Arm und Reich ist enorm, wie in anderen Ländern auch. Was in Buenos Aires den großen Unterschied macht: Die armen Viertel liegen am Stadtrand und werden eigentlich nur passiert, wenn man von außerhalb, zum Beispiel vom Flughafen, ins Zentrum fährt. Hier sieht man eine Armut, die sich in den meisten anderen lateinamerikanischen Großstädten im ganzen Stadtzentrum verteilt.
Ich hätte gerne noch mehr von diesem wunderschönen Land gesehen. Solltet ihr jedoch wie ich nicht genügend Zeit haben, um das komplette Staatsgebiet von Argentinien, was ja enorm riesig ist, zu bereisen, solltet ihr zumindest einen Besuch der Hauptstadt in Betracht ziehen.
Buenos Aires ist und bleibt eine großartige, wunderschöne und pulsierende Stadt. Nur handelt es sich vielleicht um etwas mehr Schein als Sein.
Für mich ging es also wieder zurück nach Chile und so werde ich in meinem nächsten Beitrag wieder von einem Reiseziel innerhalb des Landes berichten. So viel kann ich sagen: Es wird kalt und nass. Bis dahin,
Bussi Baba!


Hinterlasse einen Kommentar