Momentan fühle ich mich an manchen Tagen wie eine fünfzehnjährige Teenagerin mit übertriebenen Stimmungsschwankungen. Die Vorfreude überwiegt – doch immer wieder mischen sich ganz viele Ängste, Unsicherheiten, Aufregung und Nervosität dazu.

Ich kenne dieses Gefühlschaos ja schon von meinem ersten Solo-Trip, meiner einmonatigen Zugreise durch Europa vor vier Jahren. Man sollte meinen, dass ich als mittlerweile erfahrene Alleinreisende gelassener wäre. Aber die Wahrheit ist, es ist jedes Mal eine kleine Herausforderung für mich. Vielleicht ist es aber gerade dieser Nervenkitzel, der das Ganze überhaupt so aufregend macht.

Wie bereite ich mich auf meine Reise ohne Enddatum vor?

In vielerlei Hinsicht ist es schon ein Riesenvorteil, bereits Vorerfahrung zu haben. Um die Basics wie Kreditkarte, Reiserucksack oder Impfungen muss ich mich zumindest nicht mehr kümmern. Falls ihr selbst eine längere Reise plant oder einfach neugierig seid, was zu einer guten Planung alles dazugehört, schaut gerne in meinen älteren Beitrag rein: Ich Packe Meinen Koffer Und Nehme Mit …

Dennoch gibt es auch diesmal einige Vorkehrungen. Ganz wichtig ist der Abschluss einer passenden Reiseversicherung. In diesem Fall gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Denn wer im Ausland plötzlich krank wird, und ärztliche Hilfe benötigt, zahlt schnell ein Vermögen.

Für bestimmte Länder ist außerdem ein Visum notwendig. Diesen Prozess erspare ich mir als EU-Bürgerin in Lateinamerika zum Glück. Trotzdem gelten gewisse Einreisevorschriften, wie das Vorweisen eines Ausreisetickets bereits bei der Einreise. Gerade mit einem One-Way-Ticket (wie in meinem Ausnahmefall) kann das knifflig werden.

Wenn Vorbereitung teuer wird

Meine längsten Backpacking-Trips, das heißt, bei denen ich wirklich nur aus einem Rucksack gelebt habe, waren bisher nie länger als zwei Monate. Diesmal wird es anders. Natürlich will ich meine Ersparnisse nicht schon vor der Reise ausschöpfen. Dennoch fließt aktuell ein guter Teil meines Budgets in wöchentliche Amazon-Bestellungen und Drogerie Einkäufe. Ein mulmiges Gefühl – schließlich möchte man das Geld lieber auf der Reise selbst ausgeben und nicht schon davor.

Aber ich weiß auch: Eine gute Vorbereitung spart einem oft unnötigen Mehrkosten unterwegs. Und falls ihr Tipps braucht, was im Gepäck auf keinen Fall fehlen darf, schaut gern in meinen Packlisten-Beitrag.

Wie beim jährlichen Auto-Pickerl unterzieh ich mich vor längeren Reisen auch immer noch ein paar ärztlichen Checks. Mein Zahnarzt bestätigte, dass meine Weisheitszähne noch etwas warten können. Und der Kardiologe prüfte meinen zuletzt auffällig hohen Puls. Zum Glück alles in Ordnung. Vielleicht ist es einfach die steigende Aufregung.

Abschied nehmen – Der schwierigste Teil

Für mich ist die letzte Zeit vor der Abreise weniger organisatorisch als vielmehr emotional herausfordernd.

Während ich langsam meine erste eigene Wohnung mit einem weinenden Auge ausräume, versuche ich so viel Zeit wie möglich mit Freunden und Familie zu verbringen. Einerseits genieße ich diese Momente sehr. Andererseits begleitet mich immer der Gedanke, dass es vielleicht das letzte Treffen für längere Zeit sein könnte.

Gleichzeitig achte ich darauf, meine Me-Time nicht zu vernachlässigen. Gerade jetzt, wo ich viele Eindrücke und Gefühle verarbeiten muss, brauche ich diese Auszeiten umso mehr.

Ein kleiner persönlicher Tipp: Vor langen Reisen schreibe ich gerne eine Liste mit Dingen, die ich vor meiner Abreise noch machen möchte. Auf meiner Liste standen beispielsweise Kaiserschmarrn und neapolitanische Pizza essen, meine Freunde an ihrem neuen Studienort und einen Freund in Madrid besuchen.

Ein Kaiserschmarrn vor der Abreise

Unsicherheiten und Selbstzweifel

In den letzten Wochen begleiten mich viele Unsicherheiten und Zweifel. Während andere in meinem Umfeld arbeiten, ihr Geld verdienen oder ihr Studium fortsetzen, bereite ich mich auf eine weitere Reise nach Lateinamerika vor. Dabei weiß ich noch gar nicht so genau, was ich dort überhaupt tun werde und was mich erwartet.

Nicht selten kommen Gedanken auf, wie: Was mach ich hier denn eigentlich?

Manchmal frage ich mich außerdem, was anderen wohl denken könnten. Ob sie glauben, dass ich verrückt bin (etwas Verrücktheit gehört zu so einer Reise wohl dazu). Schließlich gehe ich nicht unbedingt den konventionellen Weg. Und obwohl ich weiß, dass die meisten Zweifel in meinem eigenen Kopf entstehen, bedeutet es mir viel, positives Feedback zu bekommen – oft in ganz unerwarteten Momenten.

Leider sagen wir viel zu selten, was wir wirklich denken oder fühlen. Dabei würden ein paar bestärkende Worte, die vom Herzen kommen, anderen oft unglaublich viel Zuversicht schenken.

Dankbarkeit und Mut

Maybe the chapter you‘re most afraid of will be your favourite one.

Trotz all meiner Unsicherheiten und Ängste bin ich froh – und auch etwas stolz – meinen eigenen Weg zu gehen. Nichts und niemand hält mich davon ab. Im Gegenteil. Selbst wenn alles schief gehen sollte, weiß ich: Ich habe immer mein Zuhause in Österreich. Meine Freunde und meine Familie, die mich unterstützen, auch wenn sie sich manchmal sicher wünschen würden, dass ich nicht schon wieder ins Ausland gehe. Vor allem meine Eltern sind mir bei allem eine riesige Unterstützung und dafür bin ich ihnen unendlich dankbar.

Und auch wenn meine Abreise nach Mexiko gar nicht mehr so weit weg liegt, weiß ich aus Erfahrung: Erst im Flieger werde ich wirklich begreifen, dass es nun losgeht.

Schlussgedanken

Zwischen Vorfreude, Nervosität und Unsicherheit versuche ich also trotzdem immer mich nicht aufhalten zu lassen und irgendwie meinen Weg zu gehen. Vielleicht ist es genau das, was Reisen so besonders macht: Man kann sich noch so sehr vorbereiten – am Ende bleibt immer ein Stück Ungewissheit. Und vielleicht ist es genau diese Ungewissheit, die das Reisen zu einem Abenteuer macht.

Wie ist das bei euch? Hattet ihr vor euren Reisen ähnliche Ängste oder Unsicherheiten? Wie geht ihr mit dem Abschiednehmen um? Und bereitet ihr euch lieber gründlich vor oder lasst ihr vieles einfach auf euch zukommen?

Bussi Baba!

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