Über achttausend Quadratkilometer umfasst die Gesamtfläche des Titicacasees. Die Lage auf etwa 3.800 Höhenmetern macht das Gewässer zudem zum höchsten schiffbaren See der Welt. Wenn man vom Ufer aus auf den riesigen Teich hinausblickt, wirkt er jedoch eher wie das Meer.

Der größte See Südamerikas liegt aber nicht nur auf Peruanischem Gebiet. Die Staatsgrenze teilt ihn in einen Peruanischen und Bolivianischen Teil. Ich durfte das Gewässer aber erst einmal auf Seiten Perus erkunden. Und so ging es für mich in die bekannte Touristendestination Puno.

Die Anreise

Die Strecke von Cusco nach Puno war die erste, die ich mit Peru Hop zurückgelegt habe. Als ich am Busbahnhof ankam, wusste ich also noch nicht so genau, was auf mich zukommen würde. Ehrlichgesagt hatte ich bis zu diesem Punkt noch etwas Zweifel, ob die Organisation überhaupt existiert. Online hörte sich das alles nämlich etwas zu gut an.

 Am Terminal angekommen, fand ich aber tatsächlich gleich einen Vertreter vor, der mir alles erklärte. Außerdem bekam ich ein Stoffarmband und musste mich in eine Liste eintragen. Und dann ging es auch schon los.

Der Bus war sehr modern, mit neuen, verstellbaren Ledersitzen ausgestattet. Jeder bekam zusätzlich noch eine Decke und einen kleinen Polster, um eine entspannte Nachtruhe zu sichern. Wir waren zudem nicht besonders viele Leute, sodass fast jeder eine Reihe alleine belegen konnte.

Meine erste Erfahrung mit Peru Hop war also sehr gut, auch wenn ich trotz Komfort nicht besonders gut schlafen konnte. Ist halt doch ein Bus und kein Bett. Jedenfalls verlief aber alles problemlos und am frühen Morgen, um fünf Uhr herum, kamen wir auch schon an unserer Destination an.

Die Unterkunft

Zum Glück haben die meisten Hostel eine 24-Stunden-Rezeption, sodass man in der Morgendämmerung nicht alleine durch die Straßen geistern muss. Nur mit dem Check-in muss man eventuell etwas warten.

Das Personal im Inka’s Rest war super nett und so konnte ich schon vor der offiziellen Check-in Zeit in mein Zimmer. Da die Leute in meinem Dorm allerdings alle noch schliefen, stellte ich nur schnell meine Sachen ab, bevor ich in den Tag startete.

An der Rezeption des Inka’s Rest Hostel findet ihr außerdem zahlreiche Angebote für Touren und das Personal hilft euch gerne bei der Organisation eures Aufenthaltes in Puno.

Tag 1:

Nachdem ich das Hostel wieder verlassen hatte, war es immer noch ziemlich früh. Zuerst ging ich in Richtung Hafen. Schließlich wollte ich natürlich erstmal den Titicacasee sehen. Deswegen war ich ja eigentlich hergekommen.

Der Titicacasee – die Hauptattraktion von Puno
Die Kathedrale von Puno am Plaza Mayor (Hauptplatz)

Nachdem ich das Stadtinnere ausreichend erkundet hatte, wollte ich mir die Umgebung auch noch von oben ansehen. Zum Glück gibt es in Puno einige Miradores, also Aussichtspunkte, von denen ihr einen tollen Blick über die Stadt und den See genießen könnt.

Auch vom Mirador Manco Capac habt ihr eine schöne Aussicht
Veganer Lomo Saltado im Loving Hut Vegan Puno

Nach dem Essen konnte ich nur noch an mein Bett denken. Ihr müsst euch in mich hineinversetzen: Übernächtigt, noch erschöpft von den letzten Tagen, den ganzen Vormittag auf den Beinen und den Magen gefüllt mit leckerem Essen. Reisen kann eben auch super anstrengend sein. Deshalb ging ich im Anschluss auch gleich zurück zum Hostel um mir meinen wohl verdienten Schlaf zu holen.

Am Abend habe ich dann noch meinen Bett-Nachbarn kennengelernt. Ein netter Deutscher, der selbst gerade erst seine Reise begonnen hatte. Zudem war er momentan auf einer ähnlichen Route wie ich unterwegs und so würden wir uns auch an unseren nächsten zwei Destinationen wieder über den Weg laufen.

Tag 2:

An meinem zweiten Tag in Puno musste ich erneut früh aus dem Bett. Nach einem tollen Frühstück im Hostel mit Joghurt, Brot und Pancakes wurde ich nämlich auch schon vom Shuttle Service abgeholt und zum Hafen gebracht. Dort startete meine Tages-Tour zu den schwimmenden Inseln am Titicacasee.

Die Tour habe ich direkt über Peru Hop gebucht. Ihr könnt sie aber auch vor Ort, zum Beispiel im Hostel organisieren. Für ungefähr dreißig Dollar seid ihr den ganzen Tag mit einem Guide unterwegs, besucht mehrere Inseln und habt auch noch ein leckeres Mittagessen inkludiert.

Hier habe ich dann auch festgestellt, dass scheinbar viele Reisende auf ähnlichen Routen unterwegs sind. Am Hafen traf ich nämlich drei deutsche Mädels wieder, denen wir schon auf unserer Wanderung zu Machu Picchu über den Weg gelaufen waren. Man sieht sich immer zwei Mal, heißt es ja. In Zukunft würde es auch noch öfters passieren, dass ich Leute ein zweites oder drittes Mal antraf.

Unser erster Stopp waren die schwimmenden Uros Inseln. Diese Inseln sind nicht auf natürlichen Wege entstanden, sondern wurden von den Ureinwohnern des Sees, den Aymara, selbst gebaut. Auf aus Totora-Schilf gefertigten Landflächen wurden ganze Dörfer erbaut.

Ursprünglich lebten die Aymara vor allem vom Fischfang. Am Land wurde die Ausbeute schließlich gegen andere Lebensmittel und Produkte getauscht. Heute profitiert die Gesellschaft aber sehr stark vom Tourismus. Und das merkt man. Schon als wir auf der ersten Insel ankamen, wurden wir von drei Frauen begrüßt, die für uns sangen. Auf den Inseln bekamen wir dann eine kurze Einführung in das Leben auf den Inseln und anschließend wurden wir in die Häuser der Bewohner eingeladen. Kleine Hütten aus Stroh, in die nicht mehr als ein kleines Bett passte. Sogar deren Kleider durften wir anprobieren um Fotos damit zu machen. Zudem waren einige Souvenir-Stände aufgebaut und uns wurde erzählt, dass sie vor kurzem erst mit den ersten Schwarz-Weiß-Fernsehern ausgestattet wurden. Später sangen auch noch drei kleine Jungen für uns ein Lied. Das kam mir schon alles etwas suspekt vor.

Abends im Hostel haben wir gegoogelt, wie viel von den Geschichten tatsächlich wahr ist. Dort fanden wir eine Quelle, laut der heute eigentlich niemand mehr auf den Inseln lebt und sie nur noch als touristische Attraktion gelten. Allerdings habe ich mittlerweile auch schon Dokumentationen gesehen, in denen es so aussieht, als wären die Inseln tatsächlich noch bewohnt. Sogar eine eigene Schule, in der noch die Aymara-Sprache gelehrt wird, soll es hier geben.

Sicher ist, dass die Inseln durch Menschenhand erbaut wurden. Fern von jeglicher Zivilisation fanden die Aymara Schutz am großen Titicacasee. Die zwei Inseln, die wir als nächstes ansteuerten, wurden aufgrund ihrer abgelegenen Lage sogar als Hochsicherheitsgefängnisse während der spanischen Kolonialzeit verwendet.

Die Bootsfahrt selbst war übrigens auch schon ein Highlight in sich. Am Deck hab ich es mir mit einem Peruaner bequem gemacht und das angenehme Wetter sowie den Blick auf die schöne Landschaft genossen.

Ein bisschen Titanic spielen mit meiner neuen Bekanntschaft

Auf der Inseln Llachon angekommen, ging es über einen kurzen Weg den Hügel hinauf zu einem kleinen Restaurant mit tollem Ausblick auf den See. Dort wurden wir mit leckerem Fisch verköstigt.

Essen mit Ausblick

Nach dem Mittagessen hatten wir etwas Zeit zum verdauen. Damit während der Bootsfahrt das Essen auch im Magen bleibt. Der ein oder andere hat die Zeit genutzt, um eine kleine Runde im See zu schwimmen. Die Temperatur ist jedoch nicht zu überschätzen.

Fotoshooting in der Mittagspause

Anschließend ging es für uns wieder zurück an Board und in Richtung der Insel Amantani, wo wir einen kleinen Spaziergang machten und weitere Fakten über das Leben auf den Inseln erfahren haben. Einige der Tour-Teilnehmer sind auf dieser Insel zurückgeblieben. Es gibt nämlich auch die Möglichkeit seinen Aufenthalt zu verlängern und eine oder zwei Nächte bei einer indigenen Familie unterzukommen. Während diesem Home-Stay könnt ihr noch tiefer in die Kultur eintauchen und für kurze Zeit Teil der Familie werden.

Spaziergang auf der Insel Amanti

Für mich ging es jedoch wieder zurück. Am frühen Abend kamen wir wieder in Puno an.

Kurzer Fakt zwischendurch: „Titi“ heißt übersetzt aus der Aymara-Sprache große Katze oder Puma. „Kaka“ ist der Fels. „Titicaca“ heißt somit so viel wie „der Felsen des Pumas“ und ist auf die Form des Sees zurückzuführen, die einem Puma ähnelt, der ein Kaninchen jagt.

Zurück im Hostel habe ich wieder meinen Deutschen Zimmerkollegen getroffen, der an diesem Tag die selbe Tour nur mit einem anderen Anbieter gemacht hat. Außerdem traf ich die Britin, die ich auf der Wanderung zu den Rainbow Mountains kennengelernt habe. Sie kam zufälligerweise im selben Zimmer wie ich unter. (Man sieht sich immer zwei Mal 😉 ).

Gemeinsam gingen wir noch etwas Abendessen. Zuvor machten wir uns aber noch frisch. Da bekam ich dann auch das erste Mal mit, dass es in Peru und Bolivien nicht unüblich ist, an einer Lebensmittelvergiftung zu erkranken. Die Wände zwischen den Badezimmern waren sehr dünn und so hörte ich, als sich im Raum neben mir ein Mädel die Seele aus dem Leib kotzte. Nun würde ich etwas vorsichtiger sein, was Essen angeht.

Da hat es jemand gut mit uns gemeint

All zu lang wurde die Nacht aber nicht. Nach zwei Pisco Sour und einem dreifachen Tequila Shot ging es also ab ins Bett. Am nächsten Morgen würde es schon wieder weiter an die nächste Destination gehen.

Mein Fazit

Wenn man in Peru ist und genügend Zeit zur Verfügung hat, sollte man auf alle Fälle den Titicacasee besuchen. Schließlich ist es schon extrem faszinierend auf solch einer Höhe ein so riesiges Gewässer zu finden.

Von Puno selbst hätte ich mir mehr erwartet. Nach meinem Aufenthalt in Cusco wirkte die Stadt eher sehr heruntergekommen und ich fühlte mich um einiges weniger sicher. Im Inka’s Rest Hostel war ich aber zum Glück gut aufgehoben.

Es war auch interessant mehr über die Ureinwohner und das Leben auf den Inseln zu erfahren. Jedoch habe ich mich während der Tour oft gefragt, wie viel hiervon wirklich echt war und welche Erzählungen und Fakten der Wahrheit entsprachen.

Im Endeffekt habe ich auf alle Fälle wieder viel neues gelernt. Und wenn man am Titicacasee ist, sollte man jedenfalls eine Bootstour machen. Ich habe auch von vielen positiven Erfahrungen mit Home-Stays auf den Inseln gehört. Dadurch wird die Erfahrung vielleicht etwas authentischer.

Zwei Nächte in Puno waren aber ausreichend und so ging es für mich weiter entlang des Ufers zur nächsten Destination am Titicacasee. An einen Ort, von dem viele zuvor sicher noch nicht gehört haben. Wo es mich hin verschlagen hat, erfährt ihr in meinem nächsten Beitrag. Bis dahin,

Bussi Baba!



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