Viele der Ausflugsziele rund um Viña del Mar habe ich tatsächlich bereits während der ersten Woche meines Aufenthalts besucht. Sie sind leicht und schnell zu erreichen und auf alle Fälle einen Besuch wert. Zu meinem Glück haben mich meine Gasteltern oft im Auto mitgenommen oder die Universität hat Tagestrips organisiert. Somit musste ich mich nur um weniges selbst kümmern.
Öffentlicher Transport in und um Viña
Viña del Mar verfügt tatsächlich über eine eigene Metrolinie, welche die Ortschaft mit der Hafenstadt Valparaíso auf der einen Seite und dem etwas weiter östlich gelegenen Limache auf der anderen verbindet. Morgens ist die Bahn meist ziemlich gesteckt voll, sonst kann es passiern, dass ihr Zuckerl-Verkäufer oder Musiker antrifft. Da helfen manchmal nicht einmal Kopfhörer, wenn sich ein Möchtegern-Rapper ausgestattet mit Mikrofon und Lautsprecher mitten in den Wagon stellt. Die Chilenen sind aber gütig und geben tatsächlich fast immer eine kleine Geldspende. Manchmal sind aber auch echt gute Künstler dabei.
Sonst steuern die sogenannten „Micros“ die meisten Ziele in und um Viña an. Micros sind kleine Busse, nicht zu vergleichen mit unseren Bussen in Österreich und etwas verwirrend. Aber am besten einfach nachfragen (soweit ihr mit eurem Spanisch vorankommt) oder in irgendeinen der Busse setzen und hoffen, am gewünschten Ziel anzukommen. Oder ein kleiner Tipp von mir: Die App Moovit bietet euch in fast allen Ländern Südamerikas Hilfe mit dem öffentlichen Verkehrsnetz, und macht das System sogar für Leute wie mich, als Public-Transport-Niete Nummer 1, halbwegs verständlich.
Osten
Der Botanische Garten gehört offiziell noch zum Stadtgebiet von Viña, liegt aber etwas weiter außerhalb. Mit der Metro oder Micro ist der Park jedenfalls leicht zu erreichen. Meine Universität hat damals einen Ausflug zu der Anlage organisiert. Dort sind wir etwas herumspaziert, um die Flora und Fauna zu beobachten. Außerdem gibt es große Grünflächen, die sich perfekt für ein Picknick eignen. Leider ist der Botanische Garten von den Bränden Anfang Februar nicht unverschont geblieben. Deshalb kann ich nicht genau sagen, ob der Park momentan schon wieder für Besucher geöffnet ist.

Wenn ihr die Metro bis zur Endstation nehmt, landet ihr wie bereits erwähnt in Limache, einem kleinen Dorf gelegen zwischen Viña und Santiago. Ich war zweimal dort, weil hier die Tochter meiner Gasteltern wohnt. Sonntags findet am Hauptplatz immer ein süßer Markt mit lokalen Verkäufern statt. Wenn ihr jedoch gleich am Bahnhofsausgang den Bus in Richtung El Granizo nehmt, bringt euch die Micro zum Eingang des Nationalparks La Campana. Dort findet ihr einige Plätze zum Picknicken aber vor allem viele coole Wanderwege. Ich bin damals mit meiner Mama hin und muss sagen, der Trek zum Gipfel ist echt nicht zu unterschätzen. Auf alle Fälle machbar, aber erfordert doch einiges an Anstrengung. Wir waren damals ja eigentlich im Winter dort, das Wetter war mit etwas Sonnenschein aber perfekt zum Wandern. Allerdings kann man nur in den warmen Monaten bis zum höchsten Punkt hinaufklettern, da der Weg sonst gesperrt ist. Empfehlenswert ist es auf alle Fälle, ausreichend Wasser und Snacks mitzunehmen. Die Infrastruktur im Park ist nämlich nicht so herausragend.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich damals gescherzt habe, dass in einer der Höhlen, die ihr weiter oben im Gebirge findet, der Chilenische Puma wohnt. Allerdings fand ich oben dann tatsächlich ein Infoschild, laut dem es im Park Pumas gibt. Mit etwas Glück läuft ihr dem Berglöwen also vielleicht sogar über den Weg.
Norden
Nach Concón sind wir gleich an unserem ersten Tag der Einführungswoche an der Universität gefahren, um gemeinsam mit den anderen Austauschstudenten den Sonnenuntergang zu genießen. Deshalb wird mir der Ort bestimmt auch immer in Erinnerung bleiben. Concón liegt nur zwei Ortschaften nördlich von Viña und ist mit der Micro zu erreichen. Das besondere an der Ortschaft sind die großen Sanddünen, die gleich am Beginn der Stadt liegen und somit nur schwer zu übersehen sind. Einmal hochgelaufen, hat man einen wunderschönen Blick aufs Meer. Perfekt zum Beobachten des Sonnenuntergangs.

Aber schaut auch mal in die gegengesetzte Richtung. Dort werdet ihr bei klarem Himmel ein paar Anteile der Andenkette erkennen. Hier kann man also sehen, wie schmal Chile tatsächlich ist. Begrenzt von der Pazifikküste auf der einen Seite und von der Andengebirgskette auf der anderen.

Wenn ihr weiter in Richtung Nordern fährt, erreicht ihr die Küstenstadt Quintero. Meine Gasteltern sind in Quintero aufgewachsen und haben dort auch ein Haus, zu dem sie regelmäßig gefahren sind. Und an einem Wochenende durfte ich auch mitkommen. Quintero kommt mit großen Siedlungen, an denen sich viele Chilenen niedergelassen haben. Deshalb gibt es auch eine gut ausgebaute Infrastruktur. Wenn ihr an der Küste entlangfährt, werdet ihr einige schöne Aussichtspunkten passieren. Berühmt ist das Städtchen aber vor allem für die Cueva del Pirate, eine Piratenhöhle. Der Legende nach haben dort Piraten ihre Schätze versteckt. Heute findet man an der Stelle eine große Piraten-Statue und die Höhle besichtig werden.


Meine Gasteltern haben mich damals zum Mittagessen im Restaurant ihrer Nichte eingeladen. Entlang des Hafens findet ihr zahlreiche Gastronomiebetriebe, die sich vor allem auf die Küche der Küste spezialisiert haben (keine HotDogs mit Avocado und Mayo also). In Patto’s Schop bekommt ihr köstliche Fischgerichte und Meeresfrüchte. Als Vorspeise durfte ich Machas a la Parmesana probiert, Muscheln, die man vor allem an der Chilenischen Küste findet mit Parmesan überbacken. Sehr lecker!
Noch weiter nörlich findet ihr das kleine Fischerdörfchen Horcón. Meine Gasteltern sind damals gemeinsam mit meiner Mama und mir hingefahren um uns ein paar schöne Strände und den Fischerhafen zu zeigen. Die Hauptattraktion ist jedoch die Puente de los Deseos, oder Wunschbrücke auf Deutsch. Dabei handelt es sich um eine Brücke, die mit tausenden von bunten Bändchen mit Wünschen behangen ist. Perfekter Hintergrund für ein Instagram Foto 😉 . In der Nähe findet ihr auch ein paar Cafés und Lokale.


Außerdem zählt Horcón mit dem einzigen offiziellen Naktstrand in Chile. Den hab ich mir mit meiner Mama und meinen Gasteltern jedoch nicht angeschaut. Eine der schönsten Strandbuchten ist hingegen der Playa Cau Cau, der nur über eine lange Treppe zu erreichen ist.
Süden
Südlich von Viña findet ihr eine wichtige Hafentadt, die auch namensgebend für die Region rund um Viña del Mar ist. Valparaíso ist einfach mit der Metro zu erreichen und vor allem bei den meisten Backpackern beliebt. Hier findet man schließlich eine reiche kulturelle Szene vor, sowie zahlreiche Bars und Clubs.

Wie ich bereits in meinem Beitrag zu Viña del Mar (Viña del Mar – Urlaubsort & Studentenstadt) erwähnt habe, ist das Nachtleben in Valparaíso um einiges aufregender. Hier findet ihr coole Clubs mit aufregenden Studentenpartys und Dachterassen, wie beispielsweise im WooClub. Dachterasse mit Blick auf den Hafen hört sich natürlich mega cool an, im Winter ist es dann aber doch etwas frisch dort oben. Also lieber mal den Mini-Rock Zuhause lassen und etwas wärmer anziehen. Oder einfach etwas mehr trinken … In Valparaíso finden zudem immer coole Veranstaltungen und Konzerte statt.

Im Gegensatz zu Viña vermischen sich in Valparaíso zudem viele unterschiedliche Nationalitäten. Künstler finden hier eine Leinwand, auf der sie sich frei ausleben können. Die Stadt ist nämlich vor allem auch für die zahlreichen Graffitis und Straßenkunst berühmt. Es empfiehlt sich auf alle Fälle eine Graffiti-Tour zu buchen. Nicht nur weil ihr hier viel über den Hintergrund der Kunstwerke erfährt, sondern auch weil es in den Cerros (Hügeln) der Stadt alleine nicht ganz sicher ist (Ich war trotzdem alleine dort – Ich lebe noch).

In den Cerros findet ihr außerdem super süße Cafés und Lokale, wie das Café Entre Cerros oder Chuekas Valparaíso mit Dachterasse und super Blick über die bunte Stadt. Die steilen Straßen könnt ihr hinaufwandern. Die nicht so sportlichen unter uns nehmen einfach die Standseilbahn.


Valparaíso hat aber nicht nur kulturell einiges zu bieten, sondern verfügt auch über schöne Naturparks die zum Erholen einladen. So beispielsweise die Alcantilados Federico Santa Maria im Parque Quebrada Verde, wo ihr entlang der Steilhänge vor dem Meer spazieren könnt. Weitere schöne Naturschauspiele bieten sich euch in der Laguna Verde, eine der schönsten Meeresbuchten der Umgebung.


Valparaíso wird mir immer positiv in Erinnerung bleiben, unter anderem weil ich hier das bisher coolstes Date meines Lebens erleben durfte. Mit meiner damaligen Tinder-Bekanntschaft, von der ich euch vielleicht später mal noch mehr erzählen werde, habe ich mich am Bahnhof getroffen. Wir sind dann mit der Micro zum Park Alcantilados Federico Santa Maria gefahren, wo wir ungefähr eine Stunde nach einem bestimmten Aussichtspunkt gesucht haben. Anstatt anschließend einfach wieder heimzufahren, haben wir etwas Zeit auf dem Platz vor der Bahnhofsstation Puerto in Valparaíso verbracht. Dort fand nämlich ein frei zugängliches open-air Konzert mit chilenischen Künstlern statt. Wir haben stundenlang getanzt, gesungen und vor allem sehr viel gelacht. Kann man ein Date besser beenden als mit einem spontanen gratis Konzertbesuch? Dank dieser Erfahrung sind meine Erwartungen nun also sehr hoch für Dates mit zukünftigen Charmeuren. 🙂
Kleiner Tipp: Bevor ihr die Stadt verlässt, solltet ihr einen kurzen Halt an der Metro-Station Portales einplanen. Dort erwartet euch eine kleine tierische Überraschung.

Ein weiteres schönes Naturspektakel findet ihr in Placilla beziehungsweise dem dort gelegenen Nationalpark. Mich hat es damals ungefähr eine Stunde gekostet die richtige Bushaltestelle in Viña zu finden, von der die Micro nach Placilla fährt (trotz Moovit App). Eigentlich sollte es aber nicht allzu schwer sein, da es einen Direktbus in die kleine Ortschaft gibt. Ein Stück müsst ihr dann noch zum Eingang des Parks laufen. Dort fand ich damals einen kleinen Verkaufsstand mit Wasser, Snacks und Schutzhandschuhen. Ich habe damals nicht weiter nachgedacht und einfach meine Wanderung begonnen. Den Ursprungspunkt des Wasserfalls (Salto = Wasserfall) habt ihr schnell erreicht.

Der Weg zur Fallzone stellte sich hingegen als etwas größere Hürde heraus. Darauf war ich nicht vorbereitet. Und dann haben die Schutzhandschuhe auch Sinn ergeben. Den Grund erreicht ihr nämlich nur über einen extrem steilen, sandigen Weg, den man nur mithilfe von am Rand befestigten Seilen hinab- und hinaufsteigen kann. Abenteuerlustig wie ich war, hab ich diese Herausfoderung natürlich bereitwillig angenommen. Von oben hat es auch gar nicht so schlimm gewirkt. Teilweise kommt ihr aber zu so steilen Stellen, dass man sie ohne Seil wirklich nicht überbrücken könnte. Als ich dann endlich unten angekommen war, hatte ich einfach nur Angst vor dem Rückweg. Aber zuvor genoss ich erstmal den Anblick des Wasserfalls von unten sowie das angenehm erfrischende Wasser. Und tatsächlich habe ich es dann auch irgendwie wieder zurück nach oben geschafft.
Bevor ihr zurück zum Eingang geht, solltet ihr am Rückweg auf alle Fälle einen Abstecher nach rechts machen. Wenn ihr dem Weg folgt, kommt ihr irgendwann bei einem kleinen See an. Damals im November hat sich das Wasser perfekt zum Baden geeignet und hatte weit angenehmere Temperaturen als der Pazifik. Nach der anstrengenden Wanderung war das die perfekte Erholung.

Unser letzter Uni-Ausflug führte uns in das Küstendorf Isla Negra, ungefähr eine Stunde südlich von Viña del Mar. Nach Isla Negra kommt man vor allem, um das Haus des berühmten Chilenischen Dichters Pablo Neruda zu besuchen. Direkt am Meer gelegen findet ihr das große Gebäude, das eher einer Villa gleicht. Dort werdet ihr mit Audio-Guides ausgestattet, die euch sogar eine Führung auf deutsch geben. Die Geschichte zu dem Haus ist sehr interessant, mich haben aber vor allem die tollen Ausblicke aus den Fenstern aufs Meer stark beeindruckt. Auf alle Fälle einen Besuch wert. In der Nähe gibt es auch schöne Strände, die aber eher steinig und somit nicht zu zum Baden geeignet sind.

Zum Schwimmen sind wir in das etwas weiter nördlich gelegene Algarroba gefahren. Vor allem aber wollten wir uns das berühmte Hotel San Alfonso del Mar ansehen. Naja berühmt ist eigentlich der Pool, der eher einem rießigen See gleicht. Der hat früher nämlich als der größte Pool weltweit gezählt. Heute schafft er es nur noch auf Platz zwei nach dem Schwimmbecken des Sharm el-Sheikh in Ägypten. Jedenfalls wirkt der Pool echt immens und man könnte dort locker mit einem Kayak oder Boot fahren. (Schaut euch einfach mal die Satelliten-Aufnahmen an).
Auf der Fahrt passiert ihr übrigens die Stadt Casablanca, in der sich vor allem Weinliebhaber wohlfühlen werden. Das Tal ist bekannt für seine umfangreiche Weinproduktion vor allem weißer Weine, wie Chardonnay und Sauvignon Blanc. Hier werdet ihr zahlreiche Weinbetriebe finden, die euch gerne eine Führung sowie Verkostungen anbieten.
Wie ihr seht, hat die Region Rund um Viña del Mar also doch einiges zu bieten. Deshalb solltet ihr hier unbedingt ein paar Tage einplanen und euren Aufenthalt in dieser wunderschönen Umgebung genießen.
Von der Region Valparaíso habt ihr nun wahrscheinlich genug gehört. Deshalb nimm ich euch in meinem nächsten Beitrag mit in den Norden Chiles auf einen sehr … interessanten Trip. Bis dahin,
Bussi Baba!


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