In Santiago findet man alles. Zahlreiche Museen, Theater, schöne Architektur, typisches Essen und das alles umgeben von der Anden Gebirgskette.

In der Hauptstadt Chiles hat nicht nur meine Reise begonnen, sondern auch mein 4-monatiger Aufenthalt als Austauschstudentin in Chile. Mein erstes Mal in Südamerika, mein erstes Mal auf einem anderen Kontinent und mein erster längerfristiger Auslandsaufenthalt.

Damals war ich noch mit Begleitung unterwegs. Ich wurde also nicht komplett allein in die Fremde geschickt. Meine Mama hat sich mit mir gemeinsam auf die über 24-stündige Anreise begeben (mit Zwischenstopp in Barcelona und Madrid), um Zentralchile gemeinsam mit mir zu erkunden. Die Liebe setzt man nämlich lieber nicht alleine in ein Flugzeug in ein fremdes Land. Chile hat sie dann aber doch auch schon sehr interessiert und so begleitete sie mich gleich zu Beginn meiner langen Reise.

Beeindruckend war schon der Hinflug über die Salzwüste in Uyuni (Bolivien)

Am Abend des 25. Juli 2024 sind wir also in der Großstadt gelandet und wurden dort gleich von unserem netten Taxifahrer abgeholt und ins Quartier gebracht, Stadtführung inklusive. Da wurde mein Spanisch gleichmal auf die Probe gestellt. Meine ersten zwei Eindrücke von Chile waren also: Die Leute sind extrem nett und offen, und es ist kalt. Ja, den Winter in Chile darf man wirklich nicht unterschätzen.

Gut zu wissen

Da das Land ja auf der anderen Erdhalbkugel liegt, ist es dort logischerweise Winter, wenn wir Sommer haben. Und obwohl ich wusste, dass wir auf unserem Flug von Österreich nach Chile eine Jahreszeit überspringen werden, hätte ich nicht gedacht, dass es so kalt sein wird. Ist ja schließlich Südamerika, da ist es doch überall heiß?! Hätte ich zumindest gedacht.

Die Temperaturen in den österreichischen Wintermonaten sind zwar weitaus niedriger, aber zumindest können wir uns drinnen an der Heizung aufwärmen. Diesen Luxus sparen sich die meisten Chilenen und verwenden einfach eine Kleidungsschicht und eine Decke mehr. Und so statteten wir uns gleich am ersten Tag mit einem neuen Schal von einem Straßenhändler aus. Winterstiefel  und eine Wärmeflasche für drinnen hätten auch nicht geschadet. Aber unser Quartier hatte zum Glücke eine Klimaanlage, die man zu einer Heizung umfunktionieren konnte. Meine Mama wurde trotzdem gleichmal krank.

Bezüglich der Lage unseres Apartments haben wir uns leider auch nicht ausreichend informiert.

Bevor ihr selbst die Chilenische Hauptstadt erkundet, solltet ihr wissen, dass sich die Stadt ziemlich in zwei Teile spalten lässt. Auf der einen Seite hat man Santiago Centro mit der Altstadt und all den historischen Gebäuden und auf der anderen das neuere, modernere Industrieviertel. Damals wusste ich noch nicht, dass man das Stadtzentrum in den meisten lateinamerikanischen Hauptstädten lieber meidet, vor allem abends und alleine. Unsere Unterkunft lag ziemlich Mitten im Zentrum, was sie natürlich zu einem super Ausgangspunkt für dessen Erkundung machte. Allerdings kann es im Zentrum vor allem nachts etwas gefährlich sein. Meine Mama und ich, beide das erste mal in Südamerika, waren darauf nicht ganz vorbereitet. Hätte ich doch lieber etwas früher mit dem Chile Reiseführer beginnen sollen, nicht erst im Flieger.

Tag 1:

Plaza de Armas mit dem Historischen Museum
Palacio de la Moneda
Straßenkunst in Santiago

Für uns gab es zwei chilenische Streetfood Spezialitäten: Empanadas de Horno, also gefüllte Teigtaschen aus dem Ofen und Mote con Huesillo, ein klassisches Getränk bestehend aus Gerste und einem eingelegten Trockenpfirsich. Allgemein findet man in Santiago aber alles was das Herz begehrt. Auch die internationale Küche kommt hier nicht zu kurz, und Vegetarier und Veganer werden definitiv fündig.

Mote con Huesillo
Internationale Küche in Santiago

Tag 2:

Blick über Santiago de Chile (links: Costanera Center)

Wir haben den Ausflug eher kurz gehalten. Scheinbar hat mich der Blick über die Stadt von oben so umgehauen, dass ich erstmal einen großen Gefühlsausbruch hatte. Tag zwei von meinem Jahr im Ausland und ich kämpfte mit dem schlimmsten Heimweh. Das könnte ja nur ein tolles Jahr werden!

Tag 3:

An unserem dritten Tag haben wir die Stadt dann ganz verlassen um uns auf einen richtig coolen Tagesausflug zu begeben. Unser Ziel war das El Yeso Wasser Reservoir im Gebirge nahe Santiago de Chile. Inkludiert waren aber einige weitere Zwischenstopps. Zu aller erst wurden wir aber in einem Art “Basecamp“ mit warmer Kleidung und Schuhen ausgestattet. Dadurch dass es oben aber recht sonnig war, war das ziemlich unnötig. Stattet euch also lieber selbst mit warmen Sachen aus um Leihgebühren zu entgehen.

Anschließend sind wir bis kurz vor den Aussichtspunkt hinaufgefahren. Das letzte Stückchen mussten wir gehen. Entgegen der Vorwarnungen unseres Guides, dass wir auf dem Weg extrem vorsichtig seien müssten, war es aber eher nur ein einfacher Spaziergang.

El Yeso Stausee in den Anden

Danach machten wir einen Lunch-Stopp. Während die Guides unsere Jause herrichteten, konnten wir die Umgebung erkunden. Und ich sage euch, eines meiner Highlights dieses Ausfluges war es, Südamerikaner im Schnee spielen zu sehen. So wie kleine Kinder, die ihren ersten Schnee erleben!

Die kalte Jause bestand aus ein paar Crackern und Chips mit Frischkäse und Sojasauce. Ich weiß bis heute nicht genau warum, aber die Chilenen lieben ihre Sojasauce. Die wird einfach überall draufgepackt. Tatsächlich war es aber wirklich ganz lecker. Außerdem habe ich erfahren, dass die Chilenen ihren Wein gerne süß mögen, im Gegensatz zu den typisch trockenen Tropfen aus Österreich. Und so gab es ein Glas süßen Rotwein zur Begleitung.

Auf der Rückfahrt durften wir noch einen mystischen Tunnel durchqueren mit vielen Spinnen und einer tragischen Hintergrundgeschichte, an die ich mich leider nicht mehr genau erinnern kann. Und trotz des kalten Wetters gab es zum Abschluss noch ein super leckeres Eis im Casa Chocolate, einem Schokoladen-Produzenten. Eine Sache, die ich an Chile immer schätzen werde, dass es einfach immer Eis gibt, egal bei welchen Temperaturen und Wetter.

Mein Fazit?

Wie jede Großstadt hat natürlich auch Santiago de Chile ihre Sonnen- und Schattenseiten. Hätte ich die Hauptstadt zu einem etwas späteren Zeitpunkt meiner Reise besucht, wären vielleicht mehr positive Erinnerungen zurückgeblieben. Seine Reise nach Südamerika im Zentrum einer Großstadtmetropole wie Santiago de Chile zu beginnen, ist vielleicht auch nicht unbedingt empfehlenswert. Ich wurde regelrecht von neuen Eindrücken bombaridiert. Es ist laut, chaotisch und man sieht das erste Mal eine Art von Armut, die in Europa so nicht existiert.

Außerdem habe ich im Laufe meiner Zeit in Chile auch viele Tipps für die Stadt bekommen, mithilfe derer sich mein Aufenthalt vielleicht etwas angenehmer gestaltet hätte.

Meiner Meinung nach, kann man den Besuch der Chilenischen Hauptstadt auch einfach auslassen. Andere Reisebegeisterte schwören jedoch darauf, dass Santiago de Chile zu den Top Destinationen in Südamerika zählt. Überzeugt euch am besten selbst. 🙂

Falls ihr die Stadt selbst schon besucht habt, und weitere Tipps habt oder eure Erfahrung teilen wollt, dann lasst doch einfach einen Kommentar da. Sollte ich euer Interesse geweckt habe, und ihr wollt meine Reise weiter mitverfolgen, dann geht doch direkt zu meinem nächsten Beitrag zu Viña del Mar.

Bussi Baba!



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